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Geschichte

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Eine kurze Verlagschronik

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1791: Die Gründung

Johannes Schulthess (1763-1836)

Gründung des Verlages durch Johannes Schulthess (1763-1836) und Johann Kaspar Näf. Am 10. August 1791 erteilte der Rat der Zweihundert und am 24. August die Zürcherische Zensurkommission dem Buchdrucker Näf die Genehmigung zur Eröffnung einer Druckerei. Initiant dieser Geschäftsgründung war vermutlich der damals 28-jährige Johannes Schulthess, der in erster Linie eine Möglichkeit suchte, seine theologischen und pädagogischen Schriften zu veröffentlichen.

Die Anfänge, Volksbildung und Lehrmittel

Pädagogische und theologische Schriften

Johannes Schulthess  hat sich Zeit seines Lebens für die Volksbildung eingesetzt. Eines der zahlreichen Schulbücher, die der Schulthess Verlag in den Anfängen publizierte, war das "Nahmensbüchlein – Anfängliche Übungen der deutschen Buchstaben- und Sylbenkenntnis." Die einzelnen Buchstaben konnten ausgeschnitten werden. Auch in späteren Katalogen waren solche "Buchstabensetzkästen" zu finden. Diese Bücher gehörten damals zu den ersten elementaren methodischen Lehrmittel und erreichten weite Verbreitung.

Erste juristische Publikation

Offizielle Sammlung der von dem grossen Rath des Kantons Zürich gegebenen Gesetze und gemachten Verordnungen

Neben theologischen und pädagogischen Schriften ergänzen bald juristische Publikationen das Angebot des Verlages. 1804 erschien eine Gesetzessammlung des Kantons Zürich, die bald auf insgesamt fünf Bände anwuchs. Heute publiziert der Verlag über 200 juristische Titel jährlich und hält über 2000 Bücher lieferbar.

Der Begründer des Erfolges

Friedrich Schulthess (1804-1869)

1831 übergab Johannes Schulthess die Leitung des Unternehmens an den 27-jährigen Sohn Friedrich. Unter seiner Führung gewann die Firma zunehmend an Profil und wurde zu einem der führenden Verlagshäuser in Zürich. Er nutzte die Chancen, die sich durch die Gründungen der Universität Zürich (1833) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (1855) ergaben. Bald gehörten Lehrer aller Fakultäten beider Hochschulen zu den Autoren des Verlages. Friedrich Schulthess war auch eines der Gründungsmitglieder des Schweizer Buchhändlervereins, der Vorläufervereinung des heutigen SBVV.

1842: Haus zur Weinleiter

Kauf des Hauses durch Friedrich Schulthess

Verlag und Buchhandlung waren bei Schulthess schon immer eng verbunden. Die älteste noch existierende Buchhandlung in Zürich – die heutige Buchhandlung Beer am St. Petershofstatt – geht auf die Verlagsbuchhandlung von Johannes Schulthess aus dem Jahr 1791 zurück. 1842 erwarb Friedrich Schulthess zum Preis von 10'000 Gulden das "Haus zur Weinleiter" am heutigen Zwingliplatz. Nach dem Kauf wurde das Haus ausgebaut und um ein Stockwerk ergänzt. Das "Haus zur Weinleiter" ist bis heute Sitz der Fachbuchhandlung und des Schulthess Verlages.

Zwingli operia omnia

Die Zwingli-Gesamtausgabe 1828-1842

Bereits unter Johannes Schulthess begann der Verlag mit einer der grossen verlegerischen Herausforderungen: der Zwingli-Gesamtausgabe. Das Werk sollte nicht nur in öffentlichen Bibliotheken oder in Sammlungen der Gelehrten Eingang finden, sondern als das grundlegende Werk der reformierten evangelischen Kirche Verbreitung finden. Pfingsten 1828 erschien der erste Band der von Johann Melchior Schuler und Johannes Schulthess betreuten Ausgabe, 1842 wurde die Ausgabe unter Friedrich Schulthess abgeschlossen. Der Preis der Gesamtausgabe betrug für Schweizer 2 Louis d'or, etwa 600 Franken, Ausländer zahlten nahezu das Doppelte.

Natur- und Geisteswissenschaften

Der Mann im Asbest

Mit der Eröffnung der Universität Zürich 1833 und der 1855 gegründeten Eidgenössischen Technischen Hochschule kam es auch im Programm des Schulthess Verlages zu einer Ausweitung des Programmes.

Abbildungen aus der Naturgeschichte

Heinrich Rudolf Schinz (1777-1861)

1837 erschienen die vier Bände "Abbildungen aus der Naturgeschichte" von Heinrich Rudolf Schinz. Schinz, Lehrer für Zoologie am Medizinisch-Chirurgischen Institut, galt als grosser Kenner der Säugetiere und Vögel. Das Werk gilt heute als bibliophile Kostbarkeit, die Abbildungen finden sich noch heute in den Wohnzimmern mancher Zürcher Familien.

Die Damenzeitung

Eine Modezeitschrift aus dem Hause Schulthess

Bei Schulthess erschien ab 1843 wöchentlich die "Damenzeitung", die durchaus mit dem Ehrgeiz publiziert wurde, die Schweizer Damenwelt über die aktuelle Mode zu informieren. Die Zeitschrift hielt sich leider nur vier Jahre, die vorhandenen Exemplare gelten heute als Rarität.

Johann Caspar Bluntschli (1808-1881)

Gelehrter und Politiker

Johann Caspar Blutnschli war einer der bedeutendsten Autoren des Verlages. Als Gerichtsschreiber des Bezirksgerichtes Zürich studierte er das praktische Rechtsleben. 1836 wurde er an der Universität Zürich Ordinarius für römisches, deutsches und schweizerisches Recht. Er war Verfasser des Privatrechtlichen Gesetzbuches, einem wichtigen Vorläufer des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. 1854 erschien der erste Band seiner "Erläuterungen zum Privatrechtlichen Gesetzbuch für den Kanton Zürich", dem ersten mehrbändigen Gesetzeskommentar des Schulthess Verlages.

Die Urwelt der Schweiz (1865)

Oswald Heer

1837 gründete Friedrich Schulthess gemeinsam mit Heinrich Meyer eine Lithografieanstalt. Diese erlaubte es ihm, wissenschaftliche Werke in reicher Ausstattung zu publizieren. Eines dieser Werke ist "Die Urwelt der Schweiz" des Zürcher Naturforschers Oswald Heer. Von dem Naturforscher Heer - Direktor des Botanischen Gartens Zürich - erschienen ab 1840 zahlreiche Werke im Schulthess Verlag. "Die Urwelt der Schweiz" erreichte als eines der wenigen naturwissenschaftlichen Werke der Zeit breitere Kreise.

Friedrich Schulthess-Meyer

(1832-1904)

Friedrich Schulthess-Meyer übernahm nach dem Tod von Friedrich Schulthess sen. 1869 die Verantwortung für das Unternehmen und leitete dieses bis 1899.