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Tatort: Der Schrei
In der ersten Szene wird ein Achterbahnwagen den Schienenberg hinauf transportiert. Das Geräusch der Zahnräder erinnert mich an die Horrorfilme der 1960er Jahre. Wenn darin ein Pendelschwert über dem Bauch einer knapp bekleideten Blondine in Position gebracht wurde, klang dies ähnlich.
In „Der Schrei“ hängt das Damoklesschwert über der Familie Fichter, die sich in einem Freizeitpark vergnügt. Mama, Papa, Tochter. Ein herziges Mädchen mit wilden blonden Locken. Nach der Achterbahnfahrt darf es sich im Vergnügungspark einen Ballon aussuchen. Am liebsten hätte es das ganze Bündel. Damit es sie frei lassen könnte. Der Vater kauft ihr einen und verspricht ihr einen zweiten für den kommenden Tag. An diesem allerdings ist das Kind tot. Das Schwert ist gefallen.
Gespannt warte ich auf den Auftritt Lena Odenthals. Immerhin war sie eines der Vorbilder für Johanna di Napoli. Die Hauptfigur meiner Kriminalromane. Für sie habe ich einige von Lenas Charaktereigenschaften aus den frühen Tatort-Episoden ausgeliehen.
Allerdings kommt es in der Nacht vor der Aktion zu einem Zwischenfall in der Anstalt. Der Zellennachbar von Hassan, der drogenabhängige Nick Schuster bekommt Wind von der Fluchtplanung. Er will auch raus. Charlie soll ihm die Flucht organisieren. Er droht ihm, dass Marie etwas zustoßen würde, wenn er ihm nicht hilft. Charlie, der in Anstalt auch die Drogen verteilt, will Schuster nicht helfen. Deshalb nimmt Schuster ihn kurzschlussartig als Geisel, um seine Befreiung zu erpressen. So kommen Batic und Leitmayer ins Spiel. Charlie wird von der Polizei befreit. Er muss aber noch Marie retten. Deshalb entscheidet er, wovon Marie nichts weiß, Schuster in seiner nächsten Dosis einen goldenen Schuss zu verpassen. Als Schuster tot in der Zelle gefunden wird, ist Hassan bereits aus der Anstalt raus.
Marie hat Hassan alles für die Reise nach Algerien besorgt. Am Bahnhof entscheidet sich Hassan aber um. Er flieht nicht nach Algerien. Er nimmt Kontakt zu seinen alten Bandenmitgliedern auf. Er tötet sogar einen Ex-Kollegen, der ihn vor einigen Jahren an die Polizei verraten hat. Dann will er neue Dinge planen. Er nistet sich bei Marie zu Hause ein. Marie wird das langsam zu viel. Sie will, dass er verschwindet. Sonst, so droht sie ihm, verrät sie ihn. Er geht aber nicht. Nach einigen Tagen eskaliert die Situation. Marie schlägt Hassan mit der flachen Hand ins Gesicht. Er schlägt mit einem Fausthieb zurück. Er schlägt immer wieder zu und tritt Marie mit Füßen.
Zur gleichen Zeit wird Charlie in der Anstalt weich und erklärt Batic und Leitmayer die Situation. Ihm scheint es gleichgültig, ob er noch einen Mord mehr auf dem Konto hat. Batic und Leitmayer machen sich auf den Weg zu Marie. Dort hören sie nur noch zwei Schüsse. Marie hat Hassan mit einer Waffe getötet. Weil es sich im Rahmen der Auseinandersetzung mit einem audio-visuellen juristischen Sachverhalt anbietet, hier zur Übersicht noch einmal der Sachverhalt in Form einer vereinfachten Rechtsvisualisierung, einer so genannten juristischen Zeichnung. Orientieren Sie sich beim Lesen der Zeichnung zunächst an den Zahlen.
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Manifestations
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