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Tatort - Experten rezensieren den Fernsehkrimi

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Tatort: Kein Entkommen

Tatort: Kein Entkommen

Welchen Blick haben praktizierende Staats- und Rechtsanwälte, Polizisten und Richter auf das Treiben ihrer TV-Kollegen? Wir haben Praktiker gebeten, den aktuellen Tatort zu rezensieren. Den Tatort "Kein Entkommen" rezensiert Wolfgang Pichler, Verlagsleiter beim Manz Verlag in Wien. 

Auf dem nächtlichen Parkplatz eines Einkaufszentrums wird der Fahrer eines Reinigungstrupps erschossen. Was zunächst nach einem typischen Konflikt unter Konkurrenten aussieht, ruft bald die Staatspolizei auf den Plan.

Noch ehe sie sich’s versehen, finden sich Kommissar Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi im Zentrum des Jugoslawischen Bürgerkriegs wieder. Zahlreiche Anführer ehemaliger serbischer Milizen haben in Wien Unterschlupf gefunden. Ihr „neues“ soziales Dasein und das ebenso neu geschaffene Netzwerk der Unterdrückung und der Gewalt werden aber durch die Aufzeichnungen eines ehemaligen Mitkämpfers massiv bedroht – und mit entsprechender Konsequenz jagen die Schergen ihn und seine Familie.

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Copyright: ARD Degeto

Die Handlung hält nicht nur viel Spannung und das eine oder andere Opfer bereit. Sie böte auch interessante juristische Anknüpfungspunkte. Das Kriegsverbrecherrecht zum Beispiel, strafrechtliche Entschuldigungsgründe oder die gesamte Problematik von Zeugenschutzprogrammen. Doch darum geht es in dem „Tatort“ selbstverständlich nicht. Polizei und Hauptcharakter durchleben eine wilde Hetzjagd, und ob es ein Entkommen gibt, bleibt buchstäblich bis zur letzten Sekunde offen.

Viele Jahre waren die österreichischen Folgen der Tatort-Serie heftiger Kritik ausgesetzt. Moralisierende Plots in Bilderbuch-Feriengegenden wussten nicht zu gefallen, Harald Krassnitzer alias Moritz Eisner wurde sein Bergdoktor-Image ebenso angekreidet wie sein politisches Engagement. Diesmal ist alles anders. Fabian Eder und Lukas Sturm haben einen authentischen Fernsehkrimi verfasst, der von Fabian Eder wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde. In diesem perfekten Umfeld steigern sich auch die Hauptdarsteller zu glaubwürdigen Krimidarstellern. Eine rundum gelungene Tatort-Folge also, die Appetit auf mehr macht. Unbedingt anschauen!

Wolfgang Pichler

Der Tatort "Kein Entkommen" steht noch bis zum 12. Februar in der ARD Mediathek zur Verfügung.

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