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Woher kommt der Begriff "Schmiergeld"?
Bei Schmiergeld denkt man heute sofort an Bestechung. Oft genug findet das Wort einen Platz in den Nachrichten des Tages, wenn z. B. Politiker, Unternehmensbosse, Lobbyisten und andere Machtmenschen die Hand für Dienste oder Informationen aufhalten oder anderen selbst etwas zustecken, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Schmiergeld wurde allerdings schon im 18. Jahrhundert gezahlt, nur war daran früher überhaupt nichts Ehrenrühriges. Vielmehr war das Geld eine feste Gebühr für eine erbrachte Dienstleistung. Als man noch mit der Postkutsche reiste, waren neben dem Geld für die Beförderung auch noch weitere Gebühren fällig. Eine davon war das Schmiergeld. 1812 musste jeder Fahrgast zwölf Kreuzer zahlen, damit die Achsen der Kutsche gut geschmiert wurden. Das war wichtig, damit sich die Räder nicht festfraßen und die Kutsche womöglich liegen blieb. Auch quietschten die Räder dann nicht gar so erbärmlich, wodurch sich die Fahrt zumindest akustisch ein wenig angenehmer gestaltete. Gefettet wurde konsequent an jeder Poststation – danach lief wieder alles „wie geschmiert“.
Küntzel, Karolin
Warum die Dinge sind wie sie sind
Antworten auf 555 Alltagsfragen
Compact Verlag GmbH; 2010
978-3-8174-7924-5
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